Fragen und Antworten (FAQ)

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und die jeweiligen Antworten zur Standortentwicklung WILWEST. Finden Sie die gewünschte Antwort nicht, oder haben Sie weitere Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt.

Gesamtvorhaben

Durch regionale Arbeitsplätze, die deutliche Verkehrsentlastung in der Stadt Wil und den umliegenden Gemeinden sowie die umweltfreundliche Mobilität wird die Standortentwicklung WILWEST zu mehr Wohn- und Lebensqualität in der gesamten Region führen. Zudem ist die Konzentration der Wirtschaft auf einen Standort ein wirksames Mittel gegen die Zersiedelung der Landschaft und trägt zum schonenden Umgang mit Ressourcen bei. Die Entwicklung des Wirtschaftsgebiets Wil West in Verbindung mit dem optimierten Verkehrssystem ist von wesentlicher Bedeutung für die Ostschweiz. Der Standort wird für alle Verkehrsteilnehmer optimal erschlossen und soll gestaffelt bebaut und mit Leben gefüllt werden.

  • Es erfolgt ein entscheidender wirtschaftlicher Impuls zur Positionierung der Region als attraktiver Standort. WILWEST stellt die Weichen für eine positive Entwicklung als Arbeits- und Wohnregion.
  • Das wachsende Verkehrsaufkommen kann zukunftsfähig gelenkt werden, der Verkehr in der Innenstadt und in den Dörfern sowie der Schleichverkehr durch die Quartiere können reduziert werden.
  • Die Konzentration der Wirtschaftstätigkeit auf dem Areal Wil West verhindert eine weitere Zersiedlung in den Gemeinden, da dort keine weiteren Industrie- und Gewerbezonen mehr entstehen.
  • Die Region kann mit massgeblicher finanzieller Unterstützung des Bundes eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und ein umweltverträgliches Verkehrssystem fördern.
  • Die Region erhält hohe Beitragssummen des Bundes für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und neue Langsamverkehrswege.
  • Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen vor Ort wird das Wohnen und Arbeiten in der Region fördern, die Pendlerströme in die Städte reduzieren und der Abwanderung von Fachkräften entgegenwirken. Heute schon in der Region Wil wohnhafte Fachkräfte gehen nicht an andere Arbeitsorte verloren.
  • Die Regierungen der beiden Kantone St.Gallen und Thurgau sowie die 22 Gemeinden der Regio Wil haben die Charta Standortentwicklung WILWEST unterzeichnet. Darin unterstützen sie als Partner die gemeinsame Erarbeitung und Realisierung der Entwicklungsthemen Wirtschaft, Infrastruktur und Gesellschaft.
  • Die Gemeindeversammlungen von Münchwilen und Sirnach haben bereits im Jahr 2016 einen Grundsatzentscheid zu Wil West gefällt. Mit einem Antrag für eine kantonale Nutzungszone (KNZ) haben sie ihre Planungskompetenz an den Kanton abgetreten. In einer KNZ erlässt das kantonale Departement für Bau und Umwelt nach einem öffentlichen Mitwirkungsverfahren die erforderlichen planungsrechtlichen Vorschriften. In der Folge hat der Grosse Rat Thurgau das Gebiet Wil West als Entwicklungsschwerpunkt im kantonalen Richtplan festgesetzt.

Bund
Die Realisierung des Autobahnanschlusses und die Verlegung der Frauenfeld-
Wil-Bahn sowie die Verlegung der Axpo-Hochspannungsleitung unterstehen den
nationalen Gesetzgebungen. In den verschiedenen Bundesverfahren sind individuelle
Einsprachen möglich.

Kanton St.Gallen
Der Kantonsrat wird darüber befinden, ob er als Eigentümer mit einem Sonderkredit
sein Areal Wil West auf dem Gemeindegebiet Münchwilen erschliessen, vermarkten
und betreiben soll. Je nach Höhe des Sonderkredits ist ein fakultatives oder obligatorisches
Finanzreferendum zu beachten. Die Finanzierung der Netzergänzung
Nord (Umfahrungsstrasse Bronschhofen) wird ebenfalls im Kantonsrat behandelt.
Individuelle Einsprachen sind möglich.

Kanton Thurgau
Über das zentrale Element von Wil West, die Kantonsstrasse «Dreibrunnenallee»,
fällt der Grosse Rat voraussichtlich im Jahr 2020 einen Grundsatzentscheid
(«Netzbeschluss»). Er muss auch dem Baukredit zustimmen. Die Dreibrunnenallee
verbindet den neuen Autobahnanschluss mit dem bestehenden Strassennetz.

Stadt Wil und umliegende Gemeinden
Auf Stadt- und Gemeindeebene haben die Stimmberechtigten grundsätzlich ein
Mitspracherecht, sobald sie gemäss kommunalem oder kantonalem Recht für die
Genehmigung von finanziellen Mitteln zuständig sind. Darunter fallen beispielsweise
die flankierenden Massnahmen der Stadt und Region Wil. Bei welchen Meilensteinen
im Rahmen von WILWEST dies der Fall sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch
nicht genau beantwortet werden. Auf jeden Fall gelten aber immer die kommunalen
Finanzkompetenzen.

Die Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort führt zu zusätzlichen Steuereinnahmen bei den juristischen Personen. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass sich durch die Schaffung qualifizierter neuer Arbeitsplätze auch zahlreiche Privatpersonen neu ansiedeln werden. Folglich ist auch im Bereich der natürlichen Personen ein Anstieg der Steuereinnahmen zu erwarten. Vom Zuwachs in der Region werden sowohl die Gemeinden als auch die beiden Kantone profitieren.

Die Ursprünge der Standortentwicklung WILWEST liegen im Agglomerationsprogramm Wil. In der ersten Generation hatte dieses noch nicht den Anforderungen des Bundes entsprochen, da der Autoverkehr zu stark im Zentrum stand. Nach einer verbesserten Programmeingabe bei der zweiten Generation erfolgte mit dem im Dezember 2016 eingereichten Agglomerationsprogramm Wil, 3. Generation, der Durchbruch: Die
Regio Wil mit ihren Gemeinden und die beteiligten Kantone haben aus dem einstigen Verkehrsprojekt ein umfassendes Vorhaben zur Standortentwicklung gemacht; dies beinhaltet zusätzlich neue regionale Arbeitsplätze. Der Entwicklungsschwerpunkt Wil West, der neue Autobahnzubringer, die Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn und die flankierenden Massnahmen zur Reduzierung des Verkehrs in der Stadt Wil und den umliegenden Ortschaften bedingen sich gegenseitig.

Die Realisierung der Infrastrukturmassnahmen erfolgt gemäss aktueller Planung in den Jahren 2024 bis 2035. Die einzelnen Massnahmen des Gesamtvorhabens WILWEST sind voneinander abhängig und können nicht alle gleichzeitig realisiert werden. In einem ersten Schritt, ab dem Jahr 2024, erfolgen die Neugestaltung der Zürcherstrasse und die Verlegung der Axpo-Hochspannungsleitung. Anschliessend wird die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) verlegt und die Dreibrunnenallee realisiert. Erst nach der Verlegung der FWB, ab dem Jahr 2027, kann der Autobahnanschluss erstellt werden. Gleichzeitig wird dann die Netzergänzung Nord realisiert. Nach Abschluss dieser Hauptbauarbeiten können die projektbedingten flankierenden Massnahmen (Neugestaltung der Zürcher- und der Bronschhoferstrasse in der Stadt Wil) umgesetzt werden. Je nach Realisierungsphase erfolgen dann auch die Arealvermarktung sowie die erste Bebauungsphase des Areals.

Kosten und Zeitrahmen

Die Kosten für die Infrastrukturvorhaben ohne die flankierenden Massnahmen belaufen sich auf schätzungsweise 150 bis 180 Mio. Franken. Die Realisierung der flankierenden Massnahmen, die in direktem Zusammenhang mit dem Gesamtvorhaben WILWEST stehen, wird auf ca. 30 bis 40 Mio. Franken geschätzt.

Das Gesamtvorhaben WILWEST umfasst folgende Infrastrukturprojekte:

  • Sowohl die Investitionen als auch die Federführung für die Arealerschliessung Wil West auf dem Gemeindegebiet Münchwilen erfolgen durch den Kanton St.Gallen.

  • Die jährlichen Kosten für die Geschäftsstelle WILWEST inkl. Gesamtprojektführung und übergeordnete Kommunikation belaufen sich auf rund 500 000 Franken. Getragen werden sie zu gleichen Teilen von den Kantonen und der Regio Wil.

Wirtschaftsgebiet WIL WEST

Die Verfügbarkeit von grösseren, zusammenhängenden Flächen zu wettbewerbsfähigen Preisen, die optimale Erschliessung und die hervorragende innere Qualität machen das Wirtschaftsgebiet Wil West attraktiv für Investoren und Unternehmen aus der Region und der ganzen Schweiz oder auch aus dem Ausland. Sowohl ansässigen als auch neu zuziehenden Unternehmen werden Möglichkeiten zur Wertschöpfung und Entwicklungsraum geboten. Von der Ansiedlung neuer Unternehmen gehen positive Impulse weit über das Wirtschaftsgebiet Wil West und für die ganze Region aus. Die Finanzkraft der beiden Kantone und der Gemeinden kann gestärkt werden. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze erhalten Berufstätige mehr Möglichkeiten, Wohnen und Arbeiten in der Region zu verbinden. Ein Plus für die Region ist, dass die Einzonung neuer grosser Flächen immer schwieriger wird, was Wil West zu einem Standortvorteil macht.

Angestrebt wird ein hochwertiges Arbeitsplatzgebiet mit einer ausgewogenen Balance von Industrie, Gewerbe und Dienstleistung sowie öffentlicher Nutzung. Nutzungen mit sehr grossem Flächenbedarf, wenig Wertschöpfung und nur geringer Arbeitsplatzdichte sind nicht vorgesehen (keine Fachmärkte und Einkaufszentren). Die treibende Kraft zur Entwicklung des Gebiets geht von den bestehenden regionalen Wirtschaftsstrukturen aus, die einen hohen Anteil Maschinen- und Metallindustrie sowie Nahrungsmittelindustrie aufweisen. So wird auf der Leistungsfähigkeit ansässiger Unternehmen und den Kompetenzen vorhandener Fachkräfte aufgebaut. Für die Neuansiedlung werden Unternehmen im Service- und Dienstleistungsbereich mit hoher Arbeitsdichte bevorzugt. Forschung, Entwicklung und Produktion von Qualitätsgütern sind weitere angestrebte Bereiche. Darüber hinaus sind auch Nutzungen in den Bereichen Bildung, Innovation, Technologie oder Gesundheitswesen denkbar. Wohnungen werden auf dem Areal keine realisiert.

  • Auf dem Gemeindegebiet Münchwilen wird als grösster Grundeigentümer der Kanton St.Gallen die Strukturen für die Entwicklung, die Vermarktung, den Verkauf und Betrieb schaffen. Dazu setzt er eine auf diesem Fachgebiet spezialisierte Organisation ein. Erste Flächen können frühestens ab Ende 2024 verkauft werden, der Baustart zur Arealerschliessung erfolgt voraussichtlich ab dem Jahr 2025. Die Preise werden sich im marktüblichen Rahmen bewegen.
  • Die Grundstücke auf dem Gemeindegebiet Sirnach/Gloten gehören verschiedenen
    Eigentümern.

Nach Beginn der Bauarbeiten zur Arealerschliessung wird ab 2027 die Realisierung der ersten Gebäude erfolgen. Vorgesehen sind eine Umsetzung in Etappen und eine sorgsame, lokal verträgliche Arealentwicklung. Diese wird sich – abhängig von der Nachfrage – voraussichtlich auf eine Periode von zwei bis drei Jahrzehnten erstrecken.

Weil es sich um eine gemeindeübergreifende Planung von grosser Bedeutung handelt. Durch die Schaffung einer kantonalen Nutzungszone konnten die Gemeinden Münchwilen und Sirnach ihre personellen und finanziellen Ressourcen in der Planungsphase entlasten. Zuständig für die Ausgestaltung der Nutzungszone und somit des Areals Wil West ist nun das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau. Für die Gemeinden hat das die folgenden Vorteile:

  • Sie sind von der arbeits- und kostenintensiven Erarbeitung der erforderlichen Sondernutzungspläne entlastet.
  • Der Kanton übernimmt die aufwendige Koordinationsarbeit im Bereich der Erschliessung.
  • Die erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen werden vom Kanton durchgeführt und koordiniert.
  • Die einheitliche, überkommunale und interkantonale Regelung berücksichtigt alle gemeinsam erarbeiteten Ziele und Grundsätze aus Charta, Masterplan und Richtprojekt und setzt diese raumplanerisch vorbildlich um.

Mobilität und Energie

Zum einen ermöglichen es die Infrastrukturmassnahmen, dass der Verkehr auf übergeordnete Strassen geführt und Siedlungskerne entlastet werden; zum anderen werden der öffentliche Verkehr und die Langsamverkehrswege massgeblich ausgebaut. Mit neuen Linien, Haltestellen und Taktverdichtungen im öffentlichen Verkehr sowie dichten, komfortablen Netzen im Fuss- und Veloverkehr wird eine ressourcenschonende, umweltfreundliche Mobilität gefördert. Durch die Konzentration der wirtschaftlichen Tätigkeiten auf das Gebiet Wil West mit dem direkten Anschluss zur Autobahn werden darüber hinaus die Verkehrsströme kanalisiert, und der Durchgangsverkehr in den umliegenden Dörfern und der Stadt Wil kann reduziert werden. Gleichzeitig führt die Verfügbarkeit von mehr lokalen Arbeitsplätzen zu einer Abnahme der Pendlerströme.

Der Individualverkehr wird in der Region Wil in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Diese Belastungen wird das bestehende Strassennetz – unabhängig von der Standortentwicklung WILWEST – nicht bewältigen können. Zusammen mit dem neuen Autobahnanschluss und der Dreibrunnenallee dient die Netzergänzung Nord der Zentrumsentlastung von Wil und der Bündelung des Individualverkehrs auf den übergeordneten Strassen. So können relativ dicht besiedelte Gebiete in Wil vom Durchgangsverkehr befreit werden. Die Netzergänzung Nord verläuft von der Zürcherstrasse entlang des Industriegebiets Ebnet und schliesst im Norden an die AMP-Strasse an.

Die beiden Kantone St.Gallen und Thurgau sowie die Regio Wil teilen die Haltung, dass die Standortentwicklung WILWEST in Energie- und Mobilitätsfragen vorbildlich sein soll und Lösungen umweltverträglich zu gestalten sind. Im vorliegenden Energiekonzept werden die Energiegewinnung mit Erdwärmesonden und ein arealinternes Energienetz bevorzugt und vertieft untersucht. Ziel ist, die Energieversorgung von Wil West aus erneuerbaren Energiequellen sicherzustellen. Das ehrgeizige Mobilitätskonzept sieht vor, das Verkehrsaufkommen nachhaltig auf verschiedene Verkehrsträger zu verteilen und mittels Mobilitätsmanagement sinnvoll zu lenken. Das Vorhaben weist selbstverständlich ökologische Ausgleichsflächen aus und wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorlegen müssen.

Organisation

WILWEST ist das Standortentwicklungsvorhaben, das gesamtheitlich die Stärkung des Wirtschaftsstandorts umfasst sowie die Optimierung der Verkehrssituation und die Steigerung der Lebensqualität fördert.

Wil West bezeichnet das Areal oder Wirtschaftsgebiet westlich der Stadt Wil. Das Areal umfasst je ein Teilgebiet der Gemeinde Münchwilen und der Gemeinde Sirnach (Gloten).

  • Der Lenkungsausschuss ist das Steuerungsgremium für das Gesamtvorhaben Standortentwicklung WILWEST und das oberste, beschlussfassende Gremium. Er setzt sich zusammen aus den Vorsteherinnen und Vorstehern der Bau- und der Volkswirtschaftsdepartemente der Kantone St.Gallen und Thurgau, der Generalsekretärin oder dem Generalsekretär des Finanzdepartements des Kantons St.Gallen sowie zwei Vertretungen aus dem Vorstand der Regio Wil.
  • Die Geschäftsstelle WILWEST (c/o Regio Wil) koordiniert in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen die Projekte zur Standortentwicklung WILWEST und führt das Projektoffice.
  • Die Gesamtkoordination für die Verkehrs- und Tiefbauinfrastrukturanlagen für das Wirtschaftsgebiet Wil West liegt beim kantonalen Tiefbauamt Thurgau, weil das Areal weitgehend auf Thurgauer Gebiet liegt.
  • Der Kanton St.Gallen wird als wichtigster Eigentümer des Areals Wil West auf dem Gemeindegebiet Münchwilen eine Organisation für die Entwicklung, die Vermarktung und den Verkauf des Areals schaffen. Er bringt in dieser Rolle die Kompetenzen der verschiedenen Fachstellen ins Projekt ein.
  • Für den Autobahnanschluss Wil West ist das Bundesamt für Strassen (Astra) zuständig.
  • Das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist aufgrund der Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn involviert.
  • Für die Umsetzung der flankierenden Verkehrsmassnahmen sind die Gemeinden und Kantone zuständig.
  • Der Energiedienstleistungskonzern Axpo ist federführend in der Verlegung der Hochspannungsleitung, die aktuell über das Gebiet Wil West führt.

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Geschäftsstelle WILWEST c/o Regio Wil, Peter Guler, Railcenter Säntisstrasse 2a, 9500 Wil

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